Weltdiabetestag 2016 am 14. November

Weltdiabetestag 2016 am 14. November

Etwa alle sechs Stunden erblindet ein Diabetiker in Deutschland an den Folgen seiner schwerwiegenden Augenerkrankung – der diabetischen Retinopathie.  Sie gehört zu den häufigsten Folgeerkrankungen eines Diabetes mellitus. Gerade für Diabetiker ist es wichtig, sorgfältig auf die Gesundheit ihrer Augen zu achten. Regelmäßige Checks können Diabetikern das Augenlicht retten.Neben der Anfälligkeit für die diabetische Retinopathie unterliegen die Betroffenen auch einem höheren Risiko für Grauen Star sowie für Farbsehprobleme und Refraktionsschwächen. „Regelmäßige Kontrolluntersuchungen beim Augenarzt sind für Diabetiker unerlässlich, um Sehprobleme zu vermeiden und das Augenlicht langfristig zu bewahren“, erklärt Dr. med. Erik Wölfel Facharzt für Augenheilkunde bei CARE Vision Germany.

Laut IDF Atlas sind aktuell ca. 7,6 Millionen (inkl. Dunkelziffer) Menschen in Deutschland an Diabetes mellitus erkrankt. Davon entfallen etwa 95 Prozent auf den Typ-2-Diabetes. Angesichts einer stark zunehmenden Erkrankungszahl, ist auch mit einem Anstieg an Patienten mit diabetischer Retinopathie zu rechnen. Ungefähr 60 Prozent der Typ-2- und ca. 95 Pro-zent der Typ-1-Diabetiker leiden unter dieser netzhautschädigenden Augenerkrankung. Ohne Behandlung führt die diabetische Retinopathie zu einem fortschreitenden Verlust der Sehschärfe, zu Netzhautschädigungen, Gefäßverschlüssen und letztendlich zur Erblindung.

Netzhauterkrankung mit Tücke
Ihr schleichender Verlauf und ihre Symptomarmut machen die diabetische Retinopathie besonders gefährlich. „Betroffene Patienten bemerken häufig zunächst gar nicht, dass mit ihren Augen etwas nicht stimmt“, weiß Dr. Wölfel. „Erst im fortgeschrittenen Stadium können Symptome wie verzerrtes oder verschwommenes Sehen sowie Gesichtsfelddefekte auftreten.“ Die von der diabetischen Retinopathie ausgelösten Sehschäden können nicht wieder rückgängig gemacht werden. Eine augenärztliche Therapie zielt deshalb in erster Linie darauf ab, ein Fortschreiten der Erkrankung zu verhindern. Augenmediziner unterscheiden zwei Stadien: Die nichtproliferative Retinopathie – das früher auftretende Stadium, das in der Regel noch keine spürbaren Symptome mit sich bringt – und die proliferative Retinopathie. „Hier können neu gebildete Blutgefäße der Netzhaut in den Glaskörper einbluten und zu erheblichen Sehproblemen bis hin zur Erblindung führen“, so der Augenexperte.

Augenärztliche Vorsorge ist der beste Schutz
Rechtzeitige und regelmäßige Untersuchungen beim Augenarzt sind sowohl für Typ-1- als auch für Typ-2-Diabetiker unerlässlich – gerade im Hinblick auf die Symptomarmut im Frühstadium der diabetischen Retinopathie. Dr. Wölfel weiß: „Je früher Netzhautschäden durch die Erkrankung erkannt werden, desto besser lassen sie sich behandeln und das Augenlicht kann erhalten werden.“ Leidet ein Patient schon lange unter einem Diabetes, ist auch das Risiko für eine Retinopathie sehr hoch. Gute Blutzucker-, Blutdruck- und Cholesterinwerte können helfen, die Augenerkrankung zu vermeiden oder aufzuhalten. „Diabetiker können mit einer gesunden, der Krankheit angemessenen Ernährung, viel Bewegung und einem achtsamen Umgang mit dem eigenen Körpergewicht aktiv dazu beitragen, Netzhautschäden zu verhindern“, erklärt Dr. Wölfel. „Diese gesunde Lebensweise ist in Kombination mit regelmäßigen augenärztlichen Untersuchungen die beste Vorsorge gegen die diabetische Retinopathie.“ Falls bereits eine Erkrankung vorliegt, können Medikamente, eine Lasertherapie oder eine Operation helfen, die Sehkraft zu erhalten.

Vorsorge im Überblick

Vorsorgebeginn Typ-1-Diabetes: ab dem 5. Jahr nach der Diagnose
Vorsorgebeginn Typ-2-Diabetes: sofort nach Diagnosestellung

Untersuchungsrhythmus Typ-1-Diabetes: 1 Mal jährlich, wenn kein Netzhautschaden vorliegt, bei Netzhautschaden nach Absprache mit dem Augenarzt

Untersuchungsrhythmus Typ-2-Diabetes: 1 Mal jährlich, wenn kein Netzhautschaden vorliegt, bei Netzhautschaden nach Absprache mit dem Augenarzt

Schwangere mit Diabetes: sofort nach Feststellung der Schwangerschaft, dann alle drei Monate, bei beginnendem Netzhautschaden nach Absprache mit dem Augenarzt

Kinder: ab dem 11. Lebensjahr 1 Mal jährlich

Art der Untersuchungen:
– Ermittlung der Sehschärfe
– Messung des Augeninnendrucks
– Untersuchung der vorderen Augenabschnitte mit der Spaltlampe
– Untersuchung des Augenhintergrundes mittels Augenspiegelung

Diese Hinweise ersetzen nicht den Besuch beim Augenarzt.

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