Alterssichtigkeit: Wenn die Buchstaben verschwimmen

Alterssichtigkeit – Wenn die Buchstaben verschwimmen

Ungefähr 40 Millionen Bundesbürgerinnen und Bundesbürger leiden an Presbyopie, der sogenannten Alterssichtigkeit. In der Regel tritt diese Verschlechterung der Nahsicht zwischen dem 40. bis 45. Lebensjahr ein. Ein klassisches Phänomen der Presbyopie sind verschwommene Buchstaben und Zahlen zum Beispiel während der Lektüre der Tageszeitung oder eines Buches. Die Sicht in die Ferne hingegen ist ungetrübt. „Früher oder später wird jeder Mensch alterssichtig“, so Toam Katz M.D., Facharzt für Augenheilkunde und medizinischer Direktor bei CARE Vision. Er erklärt weiter: „Heutzutage gibt es jedoch gut erprobte Methoden, um dennoch nicht lebenslang auf Brille oder Kontaktlinsen angewiesen zu sein”.

Ist die Alterssichtigkeit eine Krankheit?

Die Verschlechterung der Nahsicht mit zunehmendem Alter ist ein natürlicher Prozess der Augen. „Entgegen vieler Befürchtungen der Patientinnen und Patienten ist die Alterssichtigkeit keine Krankheit“, klärt der Experte auf. „Sie betrifft jeden Menschen und kann nicht mit Medikamenten behandelt oder aufgehalten werden. Eine Korrektur mit einer Sehhilfe ist für das scharfe Sehen in der Nähe aber unerlässlich.“ Der Grund für die zunehmend unschärfere Nahsicht ist der Flexibilitätsverlust der Linse. Sie kann sich nicht mehr richtig wölben und daher nicht mehr ausreichend auf das Sehen in der Nähe einstellen. Auch die Muskulatur der Augen, die die Linse für die Nah- und Fernsicht streckt, ermüdet. Das Sehen in der Ferne ist übrigens nicht beeinträchtigt. Hier kann das Auge weiterhin ein scharfes Bild auf der Netzhaut abbilden.

Natürlicher Alterungsprozess der Augen 

Alterssichtige Menschen erkennt man meist daran, dass sie versuchen, ihr Buch oder ihre Zeitung möglichst weit von ihren Augen entfernt zu halten. Nur so können sie die Buchstaben oder Zahlen, die sie lesen möchten, noch einigermaßen scharf erkennen. „Der normale Abstand zum Lesen beträgt etwa 35 Zentimeter“, weiß Toam Katz M.D. „Ungefähr ab dem 40. Lebensjahr beginnen sich unsere Augen zu verändern. Der Leseabstand wird immer größer. Mit dem 65. Lebensjahr ist dieser Veränderungsprozess in den meisten Fällen beendet. Wir können dann nur noch mit einem Abstand von ca. zwei Metern oder mehr scharf sehen.“

Bei ersten Anzeichen ab zum Augenarzt 

„Erste Anzeichen für eine beginnende Alterssichtigkeit zeigen sich meist bei gedämpftem Licht oder allgemeiner Müdigkeit. Die Buchstaben verschwimmen und das Lesen wird immer anstrengender. Häufig empfinden die Betroffenen einen dumpfen Schmerz in der Stirn oder den Augen“, so Toam Katz M.D. Um die Schwierigkeiten beim Lesen auszugleichen, halten sie dann die Menükarte im schummrigen Restaurant oder das Buch im Kerzenschein immer weiter von sich weg. Ab einem bestimmten Punkt reicht die Reichweite der Arme jedoch nicht mehr aus und Lesen ist kaum noch möglich. Ein Besuch bei der Augenärztin oder dem Augenarzt ist spätestens jetzt empfohlen. Er oder sie kann feststellen, ob die Augen bereits alterssichtig sind und wie es um die aktuelle Sehschärfe in der Nähe bestellt ist. Anschließend gilt es dann die entsprechenden Maßnahmen zur Korrektur der Alterssichtigkeit einzuleiten. Lese- oder Gleitsichtbrillen sind gängige Hilfsmittel, um auch im Alter weiterhin scharf sehen zu können. Vielen Patientinnen und Patienten fällt die Umstellung auf eine solche Sehhilfe aber sehr schwer. Besonders zu Beginn der Tragezeit können Schwindel und Kopfschmerzen auftreten. Zudem müssen diese Brillen circa alle zwei Jahre ausgewechselt beziehungsweise an die Sehstärke angepasst werden. Es treten also regelmäßig neue Kosten auf.

Wie lässt sich die Alterssichtigkeit korrigieren? 

Wer die Diagnose Alterssichtigkeit erhält, entscheidet sich meist zunächst für eine Brille. Doch insbesondere, wenn die Person nicht daran gewöhnt ist, eine Brille zu tragen, können im Alltag Probleme auftreten. Viele vergessen ihre sogenannte Lesebrille stets bei sich zu tragen, sie empfinden es als störend, sie laufend reinigen zu müssen. Auch bei vielen Hobbys wie dem Motorradfahren oder beim Sport, empfinden viele Menschen eine Brille als Beeinträchtigung. Dabei gibt es weitere Möglichkeiten, wie Kontaktlinsen, Laserverfahren oder die Implantation einer Kunstlinse. Letztere bietet nicht nur eine moderne, sondern auch eine permanente Lösung zur Korrektur der Alterssichtigkeit. Der Eingriff dauert pro Auge nur wenige Minuten und behebt die Sehschwäche für immer. Das Lesen, Autofahren oder auch das Fernsehen ist dann ohne Sichteinschränkung möglich. „Die Zufriedenheitsrate unserer Patientinnen und Patienten, die sich für diesen Eingriff entschieden haben, liegt bei 90 Prozent“, erklärt der Experte. Es gilt jedoch in jedem Fall zuerst eine Expertin oder einen Experten zu konsultieren.

Kurz zusammengefasst

Was kann man gegen Alterssichtigkeit machen?

Früher oder später wird jeder Mensch in seinem Leben an Alterssichtigkeit leiden. Es gibt bisher keine Möglichkeit dem Vorzubeugen oder entgegenzuwirken. Wird die Diagnose gestellt, entscheiden sich viele Menschen dann für eine Brille. Doch insbesondere, wer noch nie zuvor auf eine Sehhilfe angewiesen war, kann dies als störend empfinden. Es gibt jedoch andere Möglichkeiten, wie die Implantation einer Multifokallinse.

Wie macht sich die Alterssichtigkeit bemerkbar?

Häufig bemerken Menschen, dass sie Kleingedrucktes immer weiter weg halten müssen, um es lesen zu können. Insbesondere bei Müdigkeit oder schlechten Lichtverhältnissen bereitet das scharfe Sehen Schwierigkeiten.

Wird jeder Mensch alterssichtig? 

Ja, der natürliche Alterungsprozess betrifft jeden Teil des Körpers, auch die Augen. Meist bemerken Menschen das Einsetzen der Altersweitsichtigkeit erstmals im Alter von 40 bis 45 Jahren. Irgendwann betrifft dieses Problem jedoch jeden Menschen.

Das könnte Ihnen auch gefallen

Vote

1 Star2 Stars3 Stars4 Stars5 Stars (18 votes, average: 3,39 out of 5)
Loading...

Artikel teilen

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert