Zur Woche des Sehens 2017 – Der Experte erklärt die häufigsten Augenerkrankungen

Immer mehr Menschen sind auf eine Sehhilfe angewiesen. Allein in Deutschland ist jeder Dritte kurzsichtig. Das ist alarmierend, denn Kurzsichtigkeit kann im Erwachsenenalter schwere Folgen haben: Je stärker die Kurzsichtigkeit, desto höher das Risiko einer degenerativen Augenerkrankung wie dem Grauen und Grünen Star oder der Makuladegeneration. Heute sind schon 18 Millionen Deutsche von derartigen Erkrankungen am Auge betroffen– Tendenz steigend[1]. Experten schätzen zudem, dass im Jahr 2050 weltweit jeder Zweite kurzsichtig sein wird[2]. Die gute Nachricht: Nach Einschätzung der Weltgesundheitsorganisation (WHO) könnten 80 Prozent der Sehbehinderungen und Erblindungen vermieden oder geheilt werden. Anlässlich des diesjährigen Welttag des Sehens am 12. Oktober haben wir uns gefragt, wie es sich mit den häufigsten degenerativen Augenerkrankungen sieht. Privatdozent Toam Katz M.D., Facharzt für Augenheilkunde und medizinischer Leiter bei CARE Vision Germany, gibt Antworten und klärt über Methoden auf, mit denen Betroffene ihre Sehbehinderung korrigieren können.

Laut der Deutschen Ophthalmologischen Gesellschaft (DOG) suchen Patienten in Deutschland etwa 32 Millionen Mal pro Jahr einen niedergelassenen Augenarzt auf. Die Gründe dafür sind vielfältig. Rund zehn Millionen Deutsche leiden unter einer Trübung der Augenlinse, 2,5 Millionen unter einer altersabhängigen Erkrankung der Netzhaut, knapp ein Drittel der Bevölkerung ist kurzsichtig. Hinzu kommen Schädigungen des Sehnervs.

Immer mehr Menschen sind kurzsichtig

Studien belegen, dass es in den vergangenen 20 Jahren einen starken Zuwachs der Kurzsichtigkeit in den Industrienationen gegeben hat, der nicht nur genetisch bedingt ist, sondern auch in Verbindung mit der zunehmenden Industrialisierung und verschiedenen Umwelteinflüssen steht. Auch häufige Nah- und Bildschirmarbeit steht damit im Zusammenhang. Menschen, die sich weniger im Freien aufhalten und mehr lesen haben ein erhöhtes Risiko für eine Sehschwäche.[3] „Der betroffene Patient sieht weit entfernte Objekte unscharf. Wenn die Fehlsichtigkeit nicht rechtzeitig korrigiert wird, kann das Beschwerden wie Kopfschmerzen und Augenreizungen nach sich ziehen. Zudem können alltägliche Dinge wie z.B. Autofahren oder Sport durch eine unbehandelte Myopie negativ beeinflusst werden“, erklärt der Experte Toam Katz. Augenärzte prophezeien, dass die Anzahl der kurzsichtigen Menschen bis 2050 auf 4,76 Milliarden steigen wird. Aktuellen Prognosen zufolge könnten bis zu diesem Zeitpunkt tatsächlich eine Milliarde Menschen von Blindheit betroffen sein.[4] Eine rechtzeitige Vorsorge in Kombination mit einer guten medizinischen Behandlung ist daher unabdingbar und kann über 80 Prozent aller Sehbehinderungen vermeiden. Aus diesem Grund steht auch der diesjährige Welttag des Sehens unter dem Motto: „Vermeidbare Blindheit und Sehbehinderungen überwinden“. Insbesondere eine Behandlung der Kurzsichtigkeit kann nicht nur die Sehschwäche korrigieren, sondern auch Sehbehinderungen vermeiden, die als Folge unbehandelter Fehlsichtigkeiten bei 122 Millionen Menschen weltweit auftreten.[5] „Die Kurzsichtigkeit kann durch eine Brille, Kontaktlinsen oder eine Augenlaserkorrektur reguliert werden. Die refraktive Chirurgie blickt auf einen fast 30jährigen Erfahrungsschatz in der Laserkorrektur von Fehlsichtigkeiten zurück und ist eine sichere, nachhaltige Alternative zu gängigen Sehhilfen“, erklärt der Experte.

Risiko für Netzhauterkrankungen steigt

Bleibt die Fehlsichtigkeit unbehandelt, kann es –  bei einer starken Ausprägung der Kurzsichtigkeit – zu ernsthaften Erkrankungen der Netzhaut kommen, darunter die sogenannte „Makuladegeneration“. Die Folgen sind gravierend: Betroffene sehen nicht nur unscharf, ihr Sichtfeld ist zudem durch einen grauen oder schwarzen Fleck in der Mitte stark eingeschränkt. Linien erscheinen verzerrt oder wellig, Konturen verwischen und die Farbwahrnehmung wird schwächer. „Besonders verstärkt tritt die Augenerkrankung im Alter auf, man spricht dann von der altersbedingten Makuladegeneration (AMD)“, erklärt Augenarzt Katz. In den westlichen Industrienationen ist AMD der häufigste Grund für eine Erblindung der über 80jährigen, denn wenn die Krankheit weiter fortschreitet, hat sie den Verlust des zentralen Sehens zur Folge. Ist eine AMD erst einmal ausgebrochen, lässt sie sich kaum mehr behandeln. Zumindest trifft dies auf die trockene Form der Krankheit zu, die bei 80 Prozent der Patienten auftritt. „An feuchter AMD erkranken weitaus weniger Menschen, nur ca. 20 Prozent. Die feuchte Form der AMD kann mit der wiederholten Gabe von Medikamentengebremst werden.“

Grauer Star – Volkskrankheit Nummer eins

„Der graue Star ist eine der häufigsten Augenerkrankungen im Alter und der Grund für über 40 Prozent aller Erblindungen weltweit. Ein klassisches Symptom ist die Trübung der Linse, wodurch der Patient alles stark verschleiert sieht. Weiter leiden Betroffene unter zunehmender Blendeempfindlichkeit, sie sehen Doppelbilder und einen Lichtschein um Objekte, ihre Sicht verliert an Kontrast, das räumliche Sehen ist eingeschränkt und die Sehschärfe in Nähe und Ferne verändert sich“, weiß Toam Katz. Mittels einer Linsentransplantation ist der Graue Star sehr gut behandelbar. Mit jährlich circa 700.000 Eingriffen ist diese Behandlung die häufigste Operation in Deutschland, mit deutlichem Abstand vor Blinddarm- und Hüft-Operationen. „Die Linsenimplantation ist ein ambulanter Routineeingriff, der nur ungefähr zehn Minuten dauert und unter örtlicher Betäubung durchgeführt wird. Durch einen winzigen Schnitt am Rand der Hornhaut entfernt der Arzt die getrübte Linse und ersetzt sie durch eine Kunstlinse“, erklärt der Experte weiter.

Grüner Star – oft über Jahre hinweg unentdeckt

Der Grüne Star – eine chronische und häufig altersbedingte Schädigung des Sehnervs – kommt in Deutschland am dritthäufigsten vor. Im Anfangsstadium bleibt die schmerzfreie Krankheit oft unbemerkt und beeinträchtigt die zentrale Sehschärfe zunächst nicht. Im weiteren Verlauf führt das Absterben von Sehnervenfasern zu einem Verlust der Sehkraft. Betroffene sehen dann ganze Teilbereiche des Sichtfeldes nicht mehr. Ohne rechtzeitige augenärztliche Behandlung führt der Grüne Star zur vollständigen Erblindung. Augenärztliche Vorsorgeuntersuchungen sind daher von besonderer Bedeutung. „Eine Früherkennung der Krankheit kann schwere Folgeauswirkungen verhindern. An einem Glaukom kann zwar grundsätzlich jeder erkranken, ab dem 40. Lebensjahr erhöht sich das Risiko jedoch erheblich“, erklärt der Augenarzt Toam Katz. Weitere Risikofaktoren für das Glaukom sind eine starke Kurzsichtigkeit, eine Häufung der Erkrankung in der Familie, eine überdurchschnittlich dünne Hornhaut, schwankender Blutdruck sowie ein erhöhter Augeninnendruck. Augenarzt Toam Katz rät: „Regelmäßige Vorsorgeuntersuchungen ab dem 40. Lebensjahr in Kombination mit einer frühen Diagnose können das Fortschreiten des Glaukoms noch stoppen. Wird der Grüne Star frühzeitig erkannt, können bleibende Schäden mit der Gabe von Augentropfen in den meisten Fällen verhindert werden. In Sonderfällen – wenn eine medikamentöse Therapie nicht ausreicht – können Lasereingriffe den Augeninnendruck regulieren.“

[1] DOG 2016

[2] Studie des Brien Holden Vision Institut (New York) & Eye Research Institute (Singapur), hier verfügbar

[3]Guggenheim J. A./ Northstone K./ McMahon G. et al (2012): Time Outdoors and Physical Activity as Predictors of Incident Myopia in Childhood: A Prospective Cohort Study.

[4]Studie des Brien Holden Vision Institut (New York) & Eye Research Institute (Singapur), hier verfügbar

[5]Vision 2010: Das Recht auf Augenlicht, hier verfügbar

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