BRILLENUNVERTRÄGLICHKEIT – WENN DIE NEUE BRILLE KOPFSCHMERZEN BEREITET

Brillenunverträglichkeit

Endlich ist sie da: die neue Brille, und damit die Erwartung, klar und gut sehen zu können. Stattdessen, kann eine neue Brille aber auch dazu führen, dass dem Träger schwindelig wird und die neue Brille als anstrengend empfunden wird. Sogar Übelkeit oder Doppelbilder können möglich sein. Dann bringt eine neue Brille nicht das perfekte Sehen und es kann eine Brillenunverträglichkeit vorliegen. Vielen Menschen ist nicht bekannt, dass es eine solche gibt. Und tatsächlich müssen betroffene Personen erst einmal andere Gründe für die genannten Beschwerden ausschließen. 

Die Augen müssen sich an die neue Brille gewöhnen

Wer mit einer neuen Brille nicht sofort den perfekten Durchblick hat, hat nicht unbedingt Grund zur Sorge. Bei jeder neuen Brille gibt es eine gewisse Eingewöhnungsphase. Diese ist zum einen von persönlichen Voraussetzungen abhängig, zum anderen von der Stärke der vorgenommenen Veränderungen in den Gläsern. Die Eingewöhnungsphase kann Stunden, Tage oder auch Wochen dauern. Stellt sich einem Monat kein angenehmes Sehen ein, sollte man einen Augenarzt oder Optiker aufsuchen.

Wann wirklich eine Brillenunverträglichkeit besteht

Wann liegt also wirklich eine Brillenunverträglichkeit vor? „Bringt die neue Brille nicht die gewünschte Verbesserung, bleibt die Sicht trotz Brille dauerhaft schlecht oder treten immer wieder Kopfschmerzen auf, spricht man von einer Brillenunverträglichkeit. Hierfür gibt es die verschiedensten Gründe“, erklärt PD Toam Katz M.D., Facharzt für Augenheilkunde und medizinischer Direktor bei CARE Vision

Das A und O bei der Brillenfertigung: ein exakter Sehtest

Eine Brille anzufertigen ist ein hochpräzises Handwerk. Worauf muss besonders geachtet werden und was sollte der Brillenträger wissen?

  • Die Brillenwerte des Patienten müssen exakt sein, damit der Optiker die passenden Gläser herstellen kann.
  • Große Unterschiede in den Gläserstärken können auch Probleme, vor allem beim räumlichen Sehen, verursachen. Objekte erscheinen für das einzelne Auge verschieden groß. In diesem Fall muss ein Glas abgeschwächt werden oder es müssen statt einer Brille, Kontaktlinsen getragen werden.
  • Die Zentrierung der Brillengläser muss stimmen. Jedes Brillenglas hat einen Mittelpunkt, der genau vor die Pupille platziert werden muss. Wird dies bei der Anpassung nicht berücksichtigt, treten optische Verzerrungen auf. Das Tragen der Brille wird als unangenehm empfunden und ist für die Augen anstrengend. „Besonders leicht treten solcherlei Probleme bei Gleitsichtgläsern auf. Hier ist die ideale Stellung vor den Augen noch wichtiger“, weiß Toam Katz M.D.
    Ihre erste Gleitsichtbrille empfinden Patienten oft trotz korrekter Zentrierung als unangenehm und ungewohnt. Die Aufteilung der Gläser in drei Sehzonen bedarf einer gewissen Zeit der Eingewöhnung. „Je nach Sehanforderung muss durch den jeweils richtigen Bereich geschaut werden“, erläutert der Experte. „Der Kopf muss beim Autofahren oder Lesen zwangsläufig mehr mitbewegt werden, sonst erscheint die Sicht unscharf. Beim seitlichen Liegen auf dem Sofa klappt Lesen oder Fernsehen meist nicht richtig.“
  • Auch wer zum ersten Mal eine Brille zur Korrektur einer Hornhautverkrümmung verordnet bekommt, kann zu Anfang leichte Schwierigkeiten beim Sehen bemerken. Das Bild kann trotz korrekter Brillenwerte für einige Zeit verzerrt erscheinen.
  • Der Patient sollte den Sehtest zur Ermittlung der korrekten Werte morgens machen lassen, wenn die Augen ausgeruht sind. 

Denn sehr ungünstig für einen Sehtest sind:

  • übermüdete Augen
  • eine schlechte psychische Verfassung
  • überanstrengte Augen
  • kein gutes körperliches Wohlbefinden, etwa wenn der Patient sich krank fühlt 

Eine nachhaltige Lösung für Brillenunverträglichkeit

Ist dem Brillenträger also auch nach einer Eingewöhnungszeit und obwohl die Werte bestmöglich ermittelt wurden nachhaltig mit der neuen Brille schwindelig, oder treten durch die neue Brille Übelkeit oder Kopfschmerzen auf oder es fühlt sich anstrengend für die Augen an, muss dieser nicht mit den Brillen-Beschwerden leben. 

Die refraktive Augenchirurgie bietet effektive Lösungen an. „Eine ambulante Augenlaserbehandlung kann Kurzsichtigkeit bis zu -10 Dioptrien und Weitsichtigkeit bis zu +4 Dioptrien dauerhaft korrigieren. Auch Hornhautverkrümmungen bis zu 6 Dioptrien sind behandelbar“, erklärt PD Toam Katz M.D. Die Behandlung verläuft durch eine vorherige Betäubung der Augen mit speziellen Augentropfen in der Regel völlig schmerzfrei und dauert nicht länger als 20 Minuten. Das Lasern an sich dauert sogar nur wenige Sekunden. Die angewandte Lasertechnik korrigiert Fehlsichtigkeiten individuell und hochpräzise. Die Behandelten sehen meist schon am nächsten Tag mit ihren eigenen Augen scharf bzw. nach einer relativ kurzen Regenerationszeit der Augen. 

Für Gleitsichtbrillen-Träger empfiehlt sich eine Linsenimplantation. Moderne Multifokallinsen ermöglichen klares Sehen auf allen Ebenen und korrigieren Kurzsichtigkeit, Weitsichtigkeit und Hornhautverkrümmung gleich mit, sollten diese bestehen.

Das könnte Ihnen auch gefallen

Vote

1 Star2 Stars3 Stars4 Stars5 Stars (50 Bewertungen, Durchschnitt: 2,92 von 5)
Loading...

Artikel teilen

Ein Gedanke zu „BRILLENUNVERTRÄGLICHKEIT – WENN DIE NEUE BRILLE KOPFSCHMERZEN BEREITET“

  1. Vielen Dank für den Beitrag zur Brillenunverträglichkeit. Mein Bruder hat bei jeder neuen Brille am Anfang mit Schwindel zu kämpfen, auch wenn es sich um eine optische Sonnenbrille handelt. Gut zu wissen, dass verschieden große Gläserstärken Probleme beim räumlichen Sehen auslösen können.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.