Was passiert, wenn man mit Kontaktlinsen schläft?

Was passiert, wenn man mit Kontaktlinsen schläft?

Fast alle Menschen, die Kontaktlinsen tragen, schlafen irgendwann einmal mit ihnen ein. Beim Aufwachen merkt man häufig sofort, dass dies nicht gut für die Augen ist. Zu Recht, denn durch das Schlafen mit Kontaktlinsen können bleibende Schäden am Auge entstehen.

Wie schädlich ist das Schlafen mit Kontaktlinsen?

Das Schlafen mit Kontaktlinsen ist eine echte Belastung für die Augen. Um zu verstehen, warum, betrachten wir die wichtigsten Eigenschaften der Kontaktlinsen. Diese stehen in direktem Kontakt mit der Hornhaut und formen diese so, dass die Fehlsichtigkeit ausgeglichen wird. Die heutigen Kontaktlinsen sind in Bezug auf Material und Funktionalität optimal auf das menschliche Auge abgestimmt, sodass die Tragequalität heute eine deutlich höhere ist als noch zu Beginn dieses Jahrhunderts. Dennoch haben viele Menschen immer wieder Probleme mit den Kontaktlinsen und gerade bei zu langer Tragedauer, zu der es bei einem Einschlafen mit den Kontaktlinsen häufig kommt, können die künstlichen Linsen zu einer echten Belastungsprobe werden.

1) Der Mangel an Sauerstoff für die Hornhaut:

Die Hornhaut ist die äußerste Schicht des Auges. Diese nimmt Sauerstoff aus der Umgebung auf. Moderne Kontaktlinsen sind bei normaler Nutzung sehr sauerstoffdurchlässig, allerdings schränken sie dennoch die Sauerstoffzufuhr im Auge ein. Schläft man mit ihnen ein, ist der Sauerstoffgehalt über mehrere Stunden reduziert. Dadurch können Komplikationen hervorgerufen werden.

2) Schlechte Hydratation:

Gleichzeitig nimmt die Tränenproduktion beim Schlafen mit Kontaktlinsen deutlich ab, welches häufig direkt für die Kontaktlinsenträgerinnen und Kontaktlinsenträger zu spüren ist. Die Augen fühlen sich nach dem Aufwachen verklebt und trocken an. Reibt man die Augen, um diesem Gefühl entgegenzuwirken, können leicht Verletzungen an der Hornhaut entstehen.

3) Infektion und Vermehrung von Bakterien:

Obwohl die Augen während des Schlafes geschlossen bleiben, können sich Bakterien im Augenbereich ausbreiten. Denn durch die warme Atmosphäre aufgrund der geschlossenen Lider wird das Bakterienwachstum sogar zusätzlich gefördert. In extremen Fällen kann eine Infektion entstehen, die schwere Schäden an der Hornhaut verursachen kann.

Was sollte man nach dem Schlafen mit Kontaktlinsen tun?

Schläft man mit Kontaktlinsen ein, merkt man in der Regel direkt beim Aufwachen, dass die Augen durch Sauerstoff- und Flüssigkeitsmangel gereizt sind. Häufig ist eine Rötung der Augen zu beobachten. Jetzt heißt es Schaden begrenzen:

  • Nicht die Augen reiben, auch wenn dies reflexartig die beste Lösung zu sein scheint
  • Häufig blinzeln, um dadurch die natürliche Feuchtigkeitsproduktion der Augen anzuregen
  • Sofern vorhanden, sollten künstliche Tränen ins Auge getropft werden, um sie mit zusätzlicher Feuchtigkeit zu versorgen.
  • Fenster öffnen, um dadurch die Sauerstoffzufuhr zu erhöhen.
  • Sobald die Augen sich wieder gut hydriert anfühlen, vorsichtig die Kontaktlinsen entfernen und den Augen eine „Tragepause“ gönnen.
  • Eine anschließende gründliche Reinigung der Kontaktlinsen ist Pflicht. Ablagerungen können sich bei geschlossenen, trockenen Augen leichter auf die Linse absetzen – diese gilt es daher, zuverlässig zu entfernen.

Alternativen zum ungewollten Einschlafen mit Kontaktlinsen

  • Nachtlinsen tragen: Fehlsichtige, die häufig mit ihren (Tages-) Kontaktlinsen einschlafen, könnten das Laster zur Tugend machen und auf Nachtlinsen umsteigen. Diese formen während der Nachtstunden im Schlaf die oberste Hornhautschicht so, dass Fehlsichtige unter dem Tag häufig gut gänzlich ohne Sehhilfe zurechtkommen. Bis zum Abend nimmt die Hornhaut aber wieder ihre alte Form an, weswegen in der Nacht ein erneutes Tragen der formenden Nachtlinsen von Nöten ist, möchte man auch am nächsten Tag frei von Brille und Kontaktlinsen sein. 
  • 24-h-Linsen tragen: Insbesondere für Menschen, für die eine lange Tragedauer wichtig ist – sei es, weil sie beruflich darauf angewiesen sind oder einfach sich mit Brille nicht wohlfühlen, sind 24-h-Linsen eine Überlegung wert. Diese sind so sauerstoffdurchlässig konzipiert, dass auch bei gewolltem oder ungewollten Einschlafen die ausreichende Sauerstoffzufuhr gewährleistet ist.
  • Die Abhängigkeit von den Kontaktlinsen beenden: Dies kann zum einen durch einen konsequenten Umstieg auf Brille erzielt werden. Viele Menschen entscheiden sich für die Augenlaserkorrektur mit dem Ziel, komplett ohne Brille oder Kontaktlinsen auszukommen.

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2 Gedanken zu „Was passiert, wenn man mit Kontaktlinsen schläft?“

  1. Hallo alle zusammen.
    Danke für die Informationen zu den Kontaktlinsen. Die zahlreichen Informationen die sie hier geschrieben haben sind sehr nützlich. Mein Onkel hat Jahre lang eine Brille getragen und ist jetzt auf Kontaktlinsen um gestiegen. Jetzt muss er sich in das Thema Kontaktlinsen rein fuchsen.

    1. Hallo Lea, danke für Ihren Kommentar. Kontaktlinsen sind die eine Alternative zur Brille, eine Augenlaserbehandlung ist eine andere, die von den Sehhilfen befreien und die Lebensqualität steigern kann. Gerne kann Ihr Onkel ein unverbindliches Infogespräch bei CARE Vision wahrnehmen. Vereinbart werden kann ein Termin unter der Rufnummer 0800.8888.474 (gebührenfrei) oder online: https://bit.ly/2PxbI4a. Viele Grüße, Ihr CARE Vision Team

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