Corona-Virus: Augen und Gesicht schützen

Das Corona Virus hält die Welt auf Trab. Das Virus ist durch Tröpfcheninfektion sehr leicht von Mensch zu Mensch übertragbar. Um sich zu schützen, raten Experten unter anderem, sich regelmäßig die Hände zu waschen und sich so wenig wie möglich ins Gesicht zu fassen.

Keimübertragung von Hand zu Auge

Doch genau dies ist gar nicht so leicht: Mindestens viermal pro Stunde, meistens sogar wesentlich häufiger, fassen sich erwachsene Menschen ins Gesicht. Das geschieht häufig unbewusst. Das Problem dabei: Fassen wir uns ins Gesicht, berühren wir dabei meist auch entweder Mund-, Nasen- oder Augenschleimhaut. Über alle drei ist eine Ansteckung mit dem Corona-Virus möglich. Der Virus kann nicht über die normale Haut, sondern nur über Schleimhäute aufgenommen werden. Die Ansteckung über die Augen erfolgt genauer gesagt über die Bindehaut: Denn diese schützt zwar die Augen vor bestimmten äußeren Einflüssen, doch gegen Viren ist sie meist machtlos.

Nicht ins Gesicht fassen: 10 Tipps 

So sehr man auch darauf achten möchte, sich nicht ins Gesicht zu fassen, so schwer ist es auch, dies zu unterlassen. Gerade wenn Hände waschen nicht möglich ist, wird uns bewusst, wie schwierig es ist, die Hände von Augen, Nase und Mund fernzuhalten. Die größte Herausforderung besteht darin, dass das Anfassen der Augen, Mund und Nase eine meist unbewusste Handlung ist. Daher heißt die wichtigste Übung: Bewusst machen! Wir haben 10 Tipps zusammengestellt, die Ihnen dabei helfen können:

1. Überlegen Sie, warum Sie sich ins Gesicht fassen. Liegt es beispielsweise an einer ständig ins Gesicht fallenden Haarsträhne, lässt sich dies recht leicht mit einer Haarspange lösen.  

2. Viele Menschen beruhigt es einfach, sich ins Gesicht zu fassen. Ist die Bewegung bei Ihnen mit Unruhe oder Nervosität verknüpft, versuchen Sie, Alternativ-Bewegungen einzuüben – wie etwa ein Kneten der Hände.

3. Häufig ist es auch hilfreich, eine Alternativ-Position der Hände zu trainieren. Denkbar ist es zum Beispiel, wenn möglich, die Hände zu falten. Dann halten die Finger sich gegenseitig fest und können sich nicht einfach mal eben so ins Gesicht verirren.  

4. Strichlisten führen. Hört sich lustig an, hilft aber ungemein. Denn genau so schaffen Sie es, über beispielsweise einen Tag hinweg „am Ball zu bleiben.“ Ganz nebenbei erinnern Sie sich abends vielleicht an mehrere Situationen, die Sie sich dann ganz bewusst abgewöhnen können.

5. Einen „Störfaktor“ einbauen: Bekleben Sie sich für einen Tag Ihre Fingerkuppen mit Pflaster. Alleine das ungewohnte Gefühl der Finger auf der Haut wird Ihr Bewusstsein schärfen.

6. Werden Sie zum Beobachter und nehmen Sie ein Video von sich auf. Denn von „außen“ betrachtet fällt uns viel mehr auf, wann und wieso sich jemand ins Gesicht fasst.

7. Erinnern Sie sich selbst daran, nicht ins Gesicht zu fassen: Handy-Alarm regelmäßig stellen, kleine Notiz-Zettel an Spiegel hängen, einen Hinweis auf den Handrücken schreiben… Denken Sie nach, an welcher (ungewöhnlichen) Stelle die Erinnerung helfen wird.

8. Eine Website, die sich nun hoher Beliebtheit erfreut, ist donottouchyourface.com. Hier „bewacht“ der mit Webcam ausgestattete Computer das Gesicht und gibt eine klare Fehlermeldung, wenn man sich doch ins Gesicht fasst.

9. Ganz offline, aber mindestens genauso gut: Bitten Sie einfach andere Familienmitglieder oder andere nahestehenden Personen, Sie darauf hinzuweisen, wenn Sie sich ins Gesicht fassen. „Beobachtet“ man sich gegenseitig, kann sogar ein spannendes Kopf-an-Kopf-Rennen daraus werden.

10. Intensiv parfümierte Handseife verwenden, am besten in einer Duftrichtung, die man als unangenehm empfindet. So bemerkt man sicher, wenn man sich mal wieder unbewusst ins Gesicht gefasst hat.

Regelmäßiges Händewaschen

Da es sehr schwer ist, von heute auf morgen diese meist unbewussten Bewegungen abzustellen, ist das regelmäßige Händewaschen gerade angesichts der Corona-Ansteckungsgefahr von höchster Bedeutung. Mindestens 20-sekündiges Händewaschen mit Seife reicht aus, eventuell vorhandene Bakterien oder Viren von den Händen zu entfernen. Unterwegs sind Reinigungstücher und ein Desinfektionsmittel durchaus sinnvoll, denn nicht immer sind Wasser und Seife in greifbarer Nähe. Diese tun übrigens auch dem Smartphone gut: Denn gerade das Handy zählt zu den „Keimschleudern“ Nr. 1 – und es darf beim Telefonieren sogar regelmäßig nah an Mund und Augen. Doch auch mit sauberen, frisch gewaschenen Händen sollten Sie vermeiden, die Augen zu reiben. Denn so kann die empfindliche Bindehaut leicht verletzt werden. Besonders dann ist das Auge umso anfälliger für eindringende Bakterien und Viren.

Schutz vor Infektionskrankheiten

Nicht nur aufgrund der aktuellen Bedrohung durch Corona-Viren lohnt es sich, die Hände regelmäßig zu waschen und sich nicht an Auge, Mund und Nase zu fassen. Denn mehr als 150 Bakterienarten besiedeln durchschnittlich unsere Hände. Nicht alle sind gut für unsere Gesundheit: etwa 80 Prozent aller Krankheiten werden  durch den Hand-Gesicht-Weg übertragen. Angesichts der aktuellen Corona-Krise ist das Bewusstsein der Ansteckungsgefahr über die Schleimhäute sehr groß. Doch auch bei zahlreichen anderen Infekten wie etwa grippale Infekte oder die Influenza lässt sich die Ansteckungsgefahr durch Handhygiene und Vermeidung des Ins-Gesicht-Fassen reduzieren.  

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