Augenlasermethoden im Vergleich: LaLEX (früher: ReLex smile), LASIK oder LASEK

Augenlaser Methoden im Vergleich – LASIK, LASEK und ReLEx smile

Ungefähr 45,5 Millionen Menschen in Deutschland sind auf eine Brille oder Kontaktlinsen angewiesen, um scharf sehen zu können. Als Alternative zu diesen klassischen Sehhilfen erfreuen sich Augenlaserkorrekturen seit einigen Jahren stetig wachsender Beliebtheit – immerhin ermöglicht das Augenlasern ein Leben ohne Abhängigkeit von Brille oder Linsen. Wer sich für eine Augenlaserkorrektur entscheidet, hat die Qual der Wahl. „Mittlerweile gibt es verschiedene Lasermethoden zur Korrektur von Fehlsichtigkeiten“, erklärt Dr. Ulrich Engelskirchen, Facharzt für Augenheilkunde und Teil des medizinischen Leitungsteams bei CARE Vision Germany.

LASIK, LASEK oder LaLEx – der fehlsichtige Patient sieht sich mit zahlreichen Methoden der Augenlaserkorrektur konfrontiert. Welcher Eingriff der richtige ist, hängt oftmals von der individuellen Beschaffenheit der Augen ab. Zwar kommt bei jeder OP-Methode ein Laser zum Einsatz, aber es gibt signifikante Unterschiede bei den einzelnen Eingriffen. Sie lassen sich in drei Bereiche einteilen:
• Behandlung auf der Hornhautoberfläche (PRK / LASEK)
• Behandlung unter der Hornhautoberfläche (LASIK, Femto-LASIK)
• Behandlung durch Laser-Lentikel-Extraktion (LaLEX früher: ReLex smile)

LASIK – sichere und etablierte Methode zur Korrektur von Fehlsichtigkeit

Die LASIK (Laser-in-situ-Keratomileusis) wird bereits seit 1990 erfolgreich zur Korrektur von Kurzsichtigkeit und Weitsichtigkeit sowie von Hornhautverkrümmung eingesetzt. Bis heute ist sie die am häufigsten angewandte Lasermethode und gilt als besonders gut erforscht und medizinisch sicher. „Bei einer LASIK wird mithilfe eines speziellen Instruments – dem Mikrokeratom – ein kleiner Hornhautdeckel (Flap) präpariert und zur Seite geklappt. Das darunter liegende Hornhautgewebe wird dann mit dem Laser modelliert, bis die Fehlsichtigkeit ausgeglichen ist. Der Flap wird wieder über das Auge gelegt und wirkt wie ein natürliches Pflaster. Das Hornhautgewebe verheilt mit dem Flap innerhalb weniger Wochen“, erklärt Dr. Ulrich Engelskirchen. Insgesamt dauert der in der Regel schmerzfreie Eingriff nur etwa 10 Minuten pro Auge. „Die meisten meiner Patienten verspüren schon unmittelbar nach dem Eingriff eine erste Verbesserung ihrer Sehkraft, die sich in den Stunden nach der OP immer weiter verstärkt“, weiß der Experte.

Wesentlich jünger als die klassische LASIK ist die so genannte Femto-LASIK. Sie wird seit 2004 angewendet. Auch bei diesem Verfahren wird das Hornhautgewebe mittels Laser korrigiert. Dr. Ulrich Engelskirchen erläutert den einzigen Unterschied: „Bei der Femto-LASIK wird der Flap zur Öffnung der Hornhaut mit dem Femtosekundenlaser präpariert. Das Mikrokeratom kommt hier nicht zum Einsatz.“ LASIK und Femto-LASIK gelten bei den Patienten als die beliebtesten Eingriffe zur Augenlaserkorrektur. Für die Qualität und Genauigkeit des Behandlungsergebnisses spielt es keine Rolle, ob ein Mikrokeratom oder der Femtosekundenlaser zur Präparierung des Flaps eingesetzt wird.

LaLEx – ein noch junges Verfahren zur Korrektur von Fehlsichtigkeit

Diese OP-Methode wird erst seit 2011 angewendet und ist damit die jüngste Behandlungsvariante im Bereich der Augenlaserkorrekturen. Das Verfahren gilt als schonend und liefert eine vergleichbare Behandlungsqualität wie die klassische LASIK, obwohl der Heilungsprozess länger dauert. Bei der LaLEx  (Laser assistierte Lentikel Extraktion) wird kein Flap zur Öffnung der Hornhaut präpariert. „Der Femtosekundenlaser erzeugt ein kleines Scheibchen – das Lentikel – im Inneren der Hornhaut. Über einen kleinen Schnitt am Hornhautrand wird dieses Scheibchen dann manuell entfernt und die Fehlsichtigkeit ist korrigiert“, weiß Dr. Ulrich Engelskirchen. Mit dieser Methode können nur  Kurzsichtigkeit und Hornhautverkrümmung korrigiert werden, allerdings keine Weitsichtigkeit. Zudem ist die junge LaLEx Methode derzeit noch wesentlich teurer als andere Augenlaserkorrekturen.

„Die LaLEX-OP wird sicherlich in der Zukunft an Bedeutung gewinnen. Derzeit werden die Langzeitergebnisse der Methode weiter beobachtet und erforscht“, so der Experte. Wichtig für den Patienten: Anders als bei anderen Augenlaser-OPs, können nach einer LaLEx keine Nachkorrekturen mit diesem Verfahren durchgeführt werden.

LASEK – wirksame Methode bei dünnerer Hornhaut

Die LASEK (Laser Epithelial Keratomileusis) wird seit 1990 angewendet und ist die kleine Schwester der PRK (Photorefraktive Keratektomie), dem seit 1988 bestehenden ältesten Augenlaserverfahren.Wie bei der klassischen LASIK wird auch bei diesen Methoden die Hornhaut mittels Laser modelliert, bis die Fehlsichtigkeit ausgeglichen ist. Die LASEK gilt als besonders geeignet für Patienten, bei denen die LASIK aufgrund einer zu dünnen Hornhaut nicht möglich ist. Mithilfe einer alkoholhaltigen Lösung wird die oberste Schicht der Hornhaut – das Epithel – abgelöst und mit einem chirurgischen Instrument zur Seite geschoben. Das zu lasernde Gewebe liegt damit frei. Nach dem Lasereinsatz wird das Epithel wieder über das Auge gelegt und eine spezielle schützende Kontaktlinse eingesetzt. Bei der älteren PRK wird das Epithel mechanisch entfernt und nicht wiederverwendet. Die entstandene Wundfläche wird ebenfalls mit einer medizinischen Kontaktlinse versorgt.

„Die PRK wird mittlerweile wesentlich seltener angewendet als die LASEK“, erklärt Dr. Ulrich Engelskirchen, Facharzt für Augenheilkunde und Teil des medizinischen Leitungsteams bei CARE Vision Germany. Die LASEK gilt als ebenso etabliert und sicher wie die LASIK und bietet für Patienten mit dünner Hornhaut eine wirksame Alternative. Bei Care Vision führen wir diese Behandlung in der Regel als „no touch“ Variante – auch als Trans-PRK bezeichnet – durch.

Welche Augenlasermethode eignet sich am besten?

Die Sicherheit der Patientin oder des Patienten steht an vorderster Stelle, daher wird die geeignetste Augenlaser-Methode immer individuell nach einer ausführlichen Untersuchung gewählt. Welche Behandlungsmethode im Einzelfall die passende ist, erfährt der Patient im Beratungsgespräch mit dem Augenarzt oder der Augenärztin. Fest steht, dass die refraktive Chirurgie besonders im Bereich der Augenlaserkorrekturen mittlerweile vielfältige Möglichkeiten bietet. Ein gängiges Vorurteil, das gerade diese Eingriffe bislang wenig erforscht seien, stimmt nur in Bezug auf die jüngeren Verfahren. Auch die Erfahrung des Operateurs spielt für die vertrauensvolle Behandlung des Patienten eine wichtige Rolle. „Ich arbeite mit einer speziellen Augendatenbank, in der Parameter aus über 1.100.000 behandelten Augen verzeichnet sind. Diese Daten unterstützen die medizinische Beratung und Behandlung eines jeden einzelnen Patienten und bieten einen hohen Sicherheitsstandard für die Augenlaserkorrektur“, berichtet Dr. Engelskirchen. Eines steht fest: Augenlaserkorrekturen können fehlsichtigen Patienten eine nachhaltige Alternative zu Brille und Kontaktlinsen aufzeigen.

Kurz zusammengefasst

Was ist die beste Augenlasermethode?

Es gibt keine eindeutige „beste“ Augenlaser-Methode, da die Wahl davon abhängt, welches Verfahren am besten zu den individuellen Bedürfnissen und Voraussetzungen des Patienten passt. Die gängigsten und fortschrittlichsten Methoden sind LASIK, PRK/LASEK und LaLEx.

Welche Arten von Augenlasern gibt es?

Es gibt verschiedene Arten von Augenlaser-Verfahren, darunter LASIK, PRK (auch bekannt als LASEK), LaLEx (ein minimal-invasives Verfahren) und auch noch ältere Verfahren wie die PRK-Methode.

Was ist besser: LASIK oder PRK?

Die Entscheidung, ob LASIK oder PRK besser ist, hängt von individuellen Faktoren ab, wie der Dicke der Hornhaut und der Art der Fehlsichtigkeit. LASIK hat in der Regel eine schnellere Genesungszeit, während PRK oft für Patienten mit dünner Hornhaut oder bestimmten Risikofaktoren empfohlen wird.

Diese Hinweise ersetzen nicht den Besuch beim Augenarzt.

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