Die Tollkirsche in der Augenmedizin

Die Tollkirsche in der Augenmedizin

Um die Schwarze Tollkirsche, auch bekannt unter dem Namen Atropa Belladonna, ranken sich viele Mythen und Geschichten. Wurde die Pflanze zu Zeiten des Barock noch als Schönheitsmittel eingesetzt, hat sie sich heutzutage längst als bewährtes medizinisches Mittel etabliert. Ihr Wirkstoff „Atropin“ wird in modifizierter Form in der Augenheilkunde eingesetzt. „In der augenmedizinischen Diagnostik verwenden wir ein modifiziertes Molekül des Atropin, das Cyclopentolat. Es wirkt spezifischer und verursacht weniger Nebenwirkungen als Atropin“, erklärt Sigrid Fesser, Fachärztin für Augenheilkunde und refraktive Chirurgie bei CARE Vision Germany.

Die Schwarze Tollkirsche ist eine Pflanze mit Geschichte. Sie gehört zur Familie der Nachtschattengewächse. Trotz ihrer giftigen Wirkung bei einer Überdosierung, wurde ihre heilende Wirkung bereits im 17. Jahrhundert entdeckt. Zudem galt sie aufgrund ihrer aphrodisierenden und halluzinogenen Wirkung im Mittelalter als Zauberpflanze. Passend zu ihrem Namen Atropa Belladonna, was sich mit „schöne Frau“ übersetzen lässt, nutzten die Damen des Barock den Wirkstoff der Pflanze zur Erweiterung der Pupillen. Dunkle Augen galten zu dieser Zeit als besonders begehrenswert. „Aus der Atropa Belladonna gewinnt man den medizinischen Wirkstoff Atropin. Er gehört zu der Gruppe der sogenannten Alkaloide“, weiß Sigrid Fesser.

Atropin in der Augenheilkunde
Die moderne Augenheilkunde verwendet den Wirkstoff Atropin heute in einer modifizierten Form, dem Cyclopentolat. Weiterhin wird der Wirkstoff als sogenanntes Mydriatikum zur Erweiterung der Pupillen und zudem zur Muskellähmung des Augapfels eingesetzt. Augenärzte können durch die erweiterte Pupille den Augenhintergrund untersuchen. Der Vorteil des Cyclopentolats gegenüber dem klassischen Atropin ist eine spezifischere Wirkung, die auch mit weniger Nebenwirkungen für den Patienten verbunden ist. Zudem wird es schneller vom Körper abgebaut.

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