Babyglück und Wasser in den Augen Der getrübte Schwangerschaftsblick und was dagegen hilft

Babyglück und Wasser in den Augen Der getrübte Schwangerschaftsblick und was dagegen hilft

In der Schwangerschaft gewinnt nicht nur der Bauchumfang an Größe, auch einige andere Körperstellen schwellen an. Wassereinlagerungen lassen Hände und Füße wachsen. Doch nicht nur die Gliedmaßen dehnen sich aus. Auch die Augen können gegen Ende der Schwangerschaft von Wassereinlagerungen betroffen sein. Dies kann vor allem die Sehleistung beeinflussen und Brillen- bzw. Kontaktlinsenträgerinnen Probleme bereiten. Dr. Med. Robert Wagner, Facharzt für Augenheilkunde, kennt die Zusammenhänge und weiß, was den werdenden Müttern Linderung bringt.

Schwanger und alles ist unklar?

Im dritten Trimester der Schwangerschaft kommt es bei den meisten Frauen zu besonders vielen Wassereinlagerungen. Bei einigen werden dann nicht nur die Schuhe eng – auch die Brillenwerte scheinen nicht mehr richtig zu passen: „In der Schwangerschaft kann es zu Sehstärkeschwankungen kommen. Die Brillenwerte verändern sich dann bis zu 1,5 Dioptrien“, weiß Robert Wagner. Ebenso können Kontaktlinsen Probleme bereiten, und das nicht nur aufgrund der instabilen Sehwerte: Da die Augen nun empfindlicher sind, rufen die Linsen vermehrt Reizungen hervor. „Auch gerötete, gereizte Bindehäute und Augentrockenheit sind keine Seltenheit während der Schwangerschaft. Zudem leiden die werdenden Mütter oft unter einer erhöhten Blendempfindlichkeit und einem eingeschränkten Kontrastsehen“, so der Experte.

Hormone lassen die Hornhaut anschwellen

Schuld an der veränderten Sehleistung und den unangenehmen Augenleiden sind die berühmten Schwangerschaftshormone: „Der veränderte Hormonhaushalt in der Schwangerschaft hat unterschiedliche Auswirkungen, die alle mit der Flüssigkeit zusammenhängen, aus der ein Großteil des Auges besteht. Die typischen Wassereinlagerungen wirken sich auf die Flüssigkeitskonzentration im Auge aus und verändern dadurch die Hornhautdicke sowie die Hornhautkrümmung. Auch die Menge und Zusammensetzung der Tränen wird durch die Hormone beeinflusst. Zudem schwillt bei vielen Schwangeren auch das Augenlid an“, erklärt Robert Wagner. Das Tragen von Kontaktlinsen wird dadurch schnell unangenehm, denn sie reiben vermehrt. Doch auch ohne Kontaktlinsen sind die Augen reizbarer und Infektionen treten häufiger auf, da das Auge nicht an den reduzierten Tränenfilm gewöhnt ist.

Tipps zur Beruhigung der Augen

Schwangere mit Augenproblemen sollten Kontaktlinsen nur über einen kurzen Zeitraum tragen, oder ganz auf sie verzichten und stattdessen auf eine Brille umsteigen. Beruhigende Cremes, Gels oder Augentropfen können zudem Linderung bei gereizten Augen bringen. Dabei sollte darauf geachtet werden, dass sie frei von Konservierungsstoffen sind. Wer unsicher ist, kann beim Arzt nachfragen, auf welche Inhaltsstoffe während der Schwangerschaft verzichtet werden sollte. Oft helfen auch schon Frischluft und Pausen von der Bildschirmarbeit, um die Augen zu entspannen. Generell handelt es sich bei den gereizten, geschwollenen Augen um harmlose Beschwerden, die nach der Schwangerschaft und dem Ende der Stillzeit schnell wieder vorbei sind.

Abwarten und ausstehen

Nach der Schwangerschaft kehrt auch der Ausgangsbrillenwert schnell wieder zurück. Deshalb heißt es für die betroffenen Frauen: abwarten. Eine Anpassung der Dioptrienwerte für Brille oder Kontaktlinsen ist während der Schwangerschaft nicht sinnvoll. Auch Maßnahmen wie das Augenlasern sind nicht empfehlenswert. Der Augenexperte Robert Wagner erklärt: „Für jeden seriösen Arzt ist die Schwangerschaft ein Ausschlusskriterium für Eingriffe, welche die Sehleistung verändern. Erst wenn die Werte wieder dauerhaft verlässlich sind, ist der Eingriff vernünftig und bringt den Patientinnen anhaltende Freude. Bei einer LASIK beispielsweise wird die Hornhautkrümmung durch einen minimalen Eingriff modelliert und so die Sehleistung dauerhaft verbessert. Die Grundvoraussetzung dafür sind aber stabile Brillenwerte über mindestens ein Jahr. Nur dann ist eine individuell passgenaue Behandlung möglich.“

Diese Hinweise ersetzen nicht den Besuch beim Augenarzt.

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