Warum tritt uns beim Gähnen Wasser in die Augen?

Gähnen ist schon ein seltsames Phänomen. Es ist ein eindeutiges Zeichen für Müdig- oder Schläfrigkeit. Es passiert unwillkürlich – mehr Sauerstoff gelangt so in unseren Kreislauf, erreicht somit auch unser Gehirn und lässt uns für eine kurze Zeit aufmerksamer und konzentrierter werden. Kurzum: Wir werden kurz ein bisschen wacher. Wieso jedoch sammelt sich dabei Wasser in den Augen? 

Es passiert ganz überraschend und einfach so, ohne dass wir es so recht steuern können: Wir sind etwa früh im Büro oder der Uni, haben eventuell nachts etwas weniger geschlafen als sonst, und spüren, wie unser Kiefer sich öffnet und bevor man richtig darüber nachdenken kann, sitzt man schon mit offenem Mund, gähnend, da und kann gerade noch die Hand davor halten. Vor allem beim herzhaften, „großen“ Gähnen treten Tränen in die Augen und wir sehen kurz verschwommen. Wieso produzieren die Augen diese salzige Mischung währenddessen?

Verschiedene Arten von Tränen

Wir alle kennen emotionale Tränen. Wir wissen, dass sie fließen, wenn wir traurig sind. Wir wissen auch, dass es Reflex-Tränen gibt, die unsere Augen von Staub, Schmutz und Rauch reinigen. Haben wir etwa ein Sandkorn im Auge, reinigen Tränen die Oberfläche des Auges, um es zu entfernen. Es gibt jedoch noch eine weitere Art  der Tränen, nämlich die, die unsere Augen während des täglichen Lebens „schmieren“. Diese Flüssigkeit versorgt die Augen mit Feuchtigkeit, die sie den ganzen Tag über benötigen. Sie sind für das kurzzeitig verschwommene Sehen beim Gähnen und kurz danach verantwortlich.

Flüssigkeit im Auge beim Gähnen

Dahinter steckt ein physiologischer Vorgang. Gähnen wir, wird ein bisschen Druck auf die Tränendrüsen ausgeübt. Sie sitzen unter den Augenbrauen und seitlich über dem Oberlid und geben über Tränengänge Tränenflüssigkeit ab. Tränen werden also produziert und freigesetzt. Da wir beim Gähnen jedoch die Augen zusammenkneifen – ein ebenso unwillkürlicher Reflex wie das Gähnen selbst – kann diese produzierte Flüssigkeit nirgends hin und wenn wir die Augen öffnen, sehen wir kurz verschwommen.

Wenn Sie das nächste Mal gähnen, wissen Sie nicht nur, dass dies eine natürliche Reaktion darauf ist, müde zu sein, sondern auch warum Ihre Augen dabei wässrig werden.

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