Checkliste Augenkrankheiten – Beunruhigende Symptome oder Entwarnung?

Checkliste Augenkrankheiten – Beunruhigende Symptome oder Entwarnung?

Wenn es um die Gesundheit unserer Augen geht, sollten wir keine Kompromisse machen. Die Sehfähigkeit ist für die meisten der wichtigste unserer fünf körperlichen Sinne, deshalb können Veränderungen oder gar Verschlechterungen der Sicht schnell zu großer Besorgnis führen. Nicht immer muss eine ernsthafte Augenerkrankung die Ursache sein. Unser Augen-Schnelltest hilft bei einer ersten Einschätzung, was die jeweiligen Symptome bedeuten könnten. 

Dr. med. Erik Wölfel, Facharzt für Augenheilkunde bei CARE Vision Germany, rät: „Suchen Sie generell Ihren Augenarzt auf, wenn Sie Veränderungen Ihrer Sehfähigkeit bemerken. Im Falle von schwerwiegenden Erkrankungen ist die Früherkennung besonders wichtig.“

Kurzsichtigkeit

  1. Leiden Sie unter Kopfschmerzen, wenn Sie längere Zeit in die Ferne sehen, wie zum Beispiel beim Autofahren oder Fernsehen?
  2. Müssen Sie die Augen zusammenkneifen oder blinzeln, wenn Sie Dinge wie Straßenschilder in der Ferne erkennen möchten?

Stellen Sie sich unter einen Baum: Können Sie die einzelnen Blätter erkennen?

  • Erkennen Sie Bekannte erst sehr spät, wenn sie Ihnen auf der Straße begegnen?
  1. Bereitet Ihnen vor allem das Sehen in der Dämmerung Probleme?

Das sagt der Experte Dr. Wölfel:

„Wer Probleme hat, entfernte Dinge scharf zu sehen, leidet vermutlich an Myopie, also Kurzsichtigkeit. Dabei handelt es sich nicht um eine Krankheit im klassischen Sinne, sondern um eine veränderte Form des Augapfels. Personen mit entsprechenden Symptomen sollten einen Augenarzt aufsuchen, um Krankheiten auszuschließen und die Stärke der Sehschwäche festzustellen. Mithilfe von klassischen Sehhilfen wie einer Brille oder Kontaktlinsen kann die Kurzsichtigkeit leicht korrigiert werden. Langfristig und ohne den Einsatz einer zusätzlichen Sehhilfe bieten Augenlaserkorrekturen wie beispielsweise die LASIK eine wirksame Möglichkeit, um die Kurzsichtigkeit auszugleichen.

Weitsichtigkeit

  1. Fällt es Ihnen oft schwer, die Schrift in Büchern oder Speisekarten zu erkennen? Erleichtert das Weghalten des Papiers mit ausgestrecktem Arm das Lesen?
  2. Leiden Sie unter Kopfschmerzen, wenn Sie lange lesen, Computerarbeit machen oder kochen? Ermüden Sie dabei schnell?
  • Verspüren Sie öfters einen Druck auf der Nasenwurzel oder an den Schläfen?
  1. Schmerzen Ihre Augen oft oder brennen Sie?

Das sagt Dr. Wölfel:

„Treten diese Symptome auf, liegt meist eine Weitsichtigkeit (Hyperopie) vor. Da der Augapfel kürzer als gewöhnlich gebaut ist, erscheint die Sicht in die Nähe verschwommen. Auch hierbei handelt es sich nicht um eine ernsthafte Erkrankung der Augen. Die Fehlbildung kann sogar sehr schnell durch eine Brille, Kontaktlinsen oder eine LASIK-Behandlung ausgeglichen und die Sicht damit spürbar verbessert werden.“

Hornhautverkrümmung

  1. Sehen Sie sowohl Gegenständen in der Ferne, als auch Nahes verzerrt?
  2. Leiden Sie regelmäßig an Kopf- und Augenschmerzen?
  • Brennen Ihre Augen oft, wenn sie Dinge fokussieren?

Das sagt der Experte:

„Tritt eine verschwommene Sicht in die Ferne und in die Nähe gleichzeitig auf, kann eine Hornhautverkrümmung (Astigmatismus) ursächlich sein. Das ungenaue Sehen wird dabei durch eine ungleichmäßige Hornhautwölbung hervorgerufen. Oft werden die Symptome erst spät festgestellt. Auch hier hilft also der regelmäßige Kontrolltermin beim Augenarzt, um die Veränderung frühzeitig zu erkennen und zu korrigieren. Eine Hornhautverkrümmung tritt häufig in Kombination mit einer Kurz- oder Weitsichtigkeit auf und kann ebenfalls mithilfe einer Brille, von Kontaktlinsen oder einer Augenlaserkorrektur behoben werden.“

Grauer Star

  1. Haben Sie Probleme, Ihre Sehfähigkeit schnell an sich ändernde Lichtverhältnisse anzupassen?
  2. Sehen Sie öfter einen Schleier oder Nebel in der Mitte des Gesichtsfeldes?
  • Farben und Kontraste verblassen oder verschwimmen zunehmend?
  1. Fühlen Sie sich schnell blendempfindlich?

Das sagt Dr. Wölfel:

„Treten die Symptome des Katarakt oder Grauen Stars auf, ist Vorsicht geboten. Es handelt sich um eine Trübung der Augenlinse, die unbehandelt zum Verlust der Sehkraft führen kann. Das Tückische ist der schleichende Verlauf der Linsentrübung, sodass sie von den Betroffenen häufig zunächst unbemerkt bleibt. Umso wichtiger sind augenärztliche Checks – spätestens ab dem 40. Lebensjahr sollten Sie regelmäßig zur Vorsorge gehen. Je eher ein Grauer Star erkannt wird, desto besser lässt er sich auch behandeln. In der Regel ist ein operativer Austausch der getrübten körpereigenen Linse gegen eine Kunstlinse erforderlich. Die Eintrübung der Linse kann damit dauerhaft behoben werden und die Sehfähigkeit bleibt erhalten. Die Ursachen des Katarakts sind vielfältig: Teilweise wird die Krankheit vererbt, sie kann aber beispielsweise auch durch Diabetes mellitus oder die Einnahme bestimmter Medikamente wie Kortison ausgelöst werden.“

Grüner Star

  1. Sehen Sie vermehrt wie durch einen Tunnel, das weitere Gesichtsfeld ist eingeschränkt und verengt sich immer weiter?
  2. Reagieren Sie empfindlich auf Licht?
  • Sehen Sie zunehmend schlechter?

Das sagt der Augenarzt:

„Es gibt viele unterschiedliche Arten des Glaukoms bzw. des Grünen Stars, die unterschiedliche Symptome hervorrufen. In der Regel verläuft der Grüne Star schleichend und wird daher oft erst spät erkannt. Ein regelmäßiger Besuch zur Vorsorge beim Augenarzt ist deshalb unbedingt zu empfehlen. Liegt ein Grüner Star vor, sollte schnell gehandelt werden. Zumeist kann die Gabe spezieller Medikamente das Voranschreiten der Krankheit aufhalten, die unbehandelt zur Erblindung führen kann.“

Altersbedingte Makuladegeneration (AMD)

  1. Sehen Sie in der Mitte Ihres Blickfeldes verschwommen oder einen dunklen Fleck?
  2. Sehen Sie trotz abnehmender Sehstärke im Dunkeln relativ gut?
  • Linien, die für Ihre Mitmenschen gerade erscheinen, sehen Sie wellig oder verzerrt?
  1. Kontraste und Farben sehen Sie schlechter als ihre Mitmenschen?

Das sagt der Experte:

„Die altersbedingte Makuladegeneration entsteht durch Ablagerungen unter der Netzhaut, die die Sehzellen absterben lassen. In der Augenheilkunde wird zwischen der trockenen und der feuchten Makuladegeneration unterschieden, wobei die erste Form der Erkrankung in die zweite übergehen kann. Die Makuladegeneration ist die häufigste Erblindungsursache in Deutschland. Leider kann die AMD bis heute „nur“ behandelt, aber nicht geheilt werden. Auch hier gilt: Vorsorge ist das A und O. Wird die Erkrankung frühzeitig erkannt, kann sie relativ gut therapiert und ein drohender Sehverlust somit gezielt kontrolliert werden.“

Generell rät der Facharzt dazu, bei jedem Verdacht auf eine Augenerkrankung oder jeder spürbaren Verschlechterung der Sehfähigkeit, einen Augenarzt aufzusuchen. Denn nur dieser kann eine eindeutige Diagnose stellen.

Welche Augenchecks in welchem Alter?

Glaukom (Grüner Star) ·         Erstuntersuchung ab 40 – dann alle 5 Jahre

·         als Risikopatient (familiäre Vorbelastung, Kurzsichtigkeit, hoher Blutdruck, dünne Hornhaut, Engstellung der Blutgefäße) alle 3 Jahre

Altersbedingte Makuladegeneration ·         ab 55 jährlich
bei Diabetes ·         jährlich – alle Altersstufen

·         bei Augenerkrankung halb- oder vierteljährlich

Kontaktlinsenträger ·         weiche Linsen: alle sechs Monate – alle Altersstufen

·         harte Linsen: alle zwölf Monate – alle Altersstufen

Netzhautvorsorge ·         jährlich bei Kurzsichtigkeit ab 3 Dioptrien – alle Altersstufen
Katarakt (Grauer Star) ·         ab 40 alle zwei Jahre

Diese Informationen ersetzen nicht die fachkundige Untersuchung bei einem Augenarzt.

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