Ja zur LASIK, aber in welchem Alter?

Ja zur LASIK, aber in welchem Alter?

Für immer mehr Brillen- und Kontaktlinsenträger ist eine Augenlaserkorrektur mittels LASIK eine nachhaltige Alternative zu ihrer Sehhilfe. Moderne und medizinisch erprobte Verfahren ermöglichen eine scharfe Sicht. Für die Eignung zu einem solchen Eingriff spielen mehrere Faktoren wie beispielsweise die generelle Gesundheit der Augen oder die Beschaffenheit der Hornhaut eine wichtige Rolle. Auch das Alter des Patienten und die damit verbundene Stabilität der Sehschärfe sind grundlegende Voraussetzung für den LASIK-Eignungscheck. Wann ist das ideale Alter zum Augenlasern? Gibt es ein „zu früh“ oder „zu spät“? Der Experte Dr. med. Erik Wölfel, Facharzt für Augenheilkunde bei CARE Vision Germany, kennt die Antworten auf diese Fragen.

Zu jedem LASIK-Eingriff gehört im Vorfeld eine sorgfältige augenmedizinische Untersuchung, in der die Augen des Patienten auf ihre allgemeine Gesundheit und die Hornhaut auf ihre individuelle Beschaffenheit hin untersucht werden. Auch die Dioptrienwerte werden genau vermessen, um zu prüfen, ob eine Laserkorrektur möglich ist. Was viele Patienten garnicht wissen: auch das Alter spielt für das Bestehen des Eignungstests eine wichtige Rolle. Grund dafür sind zum Beispiel noch mögliche Veränderungen der Fehlsichtigkeit in jungen Jahren.

Augenlaserkorrekturen erst mit der Volljährigkeit

Augenlaserkorrekturen wie die LASIK werden grundsätzlich erst ab 18 Jahren empfohlen. „In der Regel ist das Wachstum des Auges mit diesem Alter abgeschlossen und seine Brechkraft damit konstant“, erklärt der Experte. „Allerdings sollte gerade bei jungen Patienten im Alter von 18 bis etwa 28 Jahren eine sehr sorgfältige Voruntersuchung stattfinden. Eine stabile Sehschärfe über einen Zeitraum von mindestens einem Jahr ist das A und O. Ist dies nicht der Fall, sollte mit dem Eingriff gewartet werden.“ Befindet sich das Auge trotz der Volljährigkeit noch im Wachstum, kann auch eine Kurzsichtigkeit weiter zunehmen bzw. wieder auftreten. Ein gelaserter Patient erleidet also gegebenenfalls eine erneute Fehlsichtigkeit, die entweder eine Sehhilfe oder eine weitere Augenlaserkorrektur erfordert. „Hat sich die Sehschärfe im Laufe des vergangenen Jahres nicht signifikant verschlechtert, steht einer LASIK unter Berücksichtigung der anderen Eignungskriterien auch in jungen Jahren jedoch nichts im Wege. Schwankungen von +/- 0,5 Dioptrien liegen dabei im Toleranzbereich“, so Dr. Wölfel.

Altersbereich 30 bis 40 – der ideale Zeitpunkt?

Spätestens mit Beginn des 30. Lebensjahres sind Veränderungen des Auges und damit der Sehschärfe in der Regel unwahrscheinlich. Der Experte für refraktive Chirurgie weiß: „Dieser Zeitpunkt ist im Grunde ideal für eine LASIK. Wichtig ist, dass der Patient darauf achtet, dass eine sorgsame Voruntersuchung zur Überprüfung der OP-Tauglichkeit stattfindet.“ Professionelle Augenlaserzentren und -kliniken führen diese augenärztlichen Voruntersuchungen bei jedem Patienten, ganz unabhängig von seinem Alter, durch. Bei weiblichen Patientinnen kommt ein weiterer wichtiger Faktor hinzu, der die Eignung für eine LASIK beeinflussen kann: eine Schwangerschaft ist – egal in welchem Alter – grundsätzlich ein Ausschlusskriterium. „Grund dafür sind schwankende Dioptrienwerte während der Schwangerschaft“, erklärt Dr. Wölfel. Erst, wenn sich die Werte nach der Geburt wieder eingependelt haben, ist eine LASIK dann möglich.

Augenlasern bei Alterssichtigkeit?

Etwa mit Beginn des 40. Lebensjahres entwickelt sich bei allen Menschen die sogenannte Alterssichtigkeit. Durch Ermüdungserscheinungen des Auges fällt das scharfe Sehen in der Nähe zunehmend schwerer und erfordert eine Lesebrille. Dieser Vorgang ist vollkommen normal und natürlich. „Ein LASIK-Eingriff kann die Alterssichtigkeit nicht korrigieren. Alternativ ist die Transplantation einer Multifokal- oder Trifokallinse aber eine gute Möglichkeit, sowohl die vorhandene Fehlsichtigkeit als auch die Alterssichtigkeit dauerhaft zu beheben und damit ein brillenfreies Leben zu führen“, erklärt Augenarzt Dr. Wölfel. Damit kann der Austausch der körpereigenen Linse gegen eine Kunstlinse ebenso viel Lebensqualität bringen wie eine klassische LASIK – ohne dabei einen sehr viel größeren Aufwand zu erzeugen.  Ein weiterer Vorteil: Der Linsenaustausch beugt einer Erkrankung an Grauem Star, der Eintrübung der natürlichen Linse, vor.

Diese Informationen ersetzen nicht die fachkundige Untersuchung bei einem Augenarzt.

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