Können Kontaktlinsen hinter das Auge rutschen?

Verrutschende Kontaktlinsen gehören fast schon zum Alltag von Kontaktlinsenträgern. Fallen sie dabei aus den Augen, besteht die Gefahr, sie zu verlieren. Beunruhigender ist für viele Fehlsichtige jedoch die Vorstellung, dass die Kontaktlinsen hinter das Auge rutschen könnten.

Gründe für verrutschende Kontaktlinsen

Kontaktlinsen schmiegen sich im Optimalfall genau an die Hornhaut des Fehlsichtigen an. Bei weichen Kontaktlinsen ist dies in der Regel immer der Fall, da durch die Beschaffenheit des Materials diese sich an das Auge ansaugen. Anders bei harten Kontaktlinsen: Diese schwimmen auf dem Tränenfilm und stellen keinen direkten Kontakt mit der Bindehaut her. Daher fallen diese auch bei ruckartigen Bewegungen leichter heraus. Doch auch bei weichen Kontaktlinsen spielt meistens die äußere Einwirkung eine hohe Rolle: Das Reiben der Augen, wie etwa bei einem Trockenheits- oder Fremdkörpergefühl, ist primäre Ursache für das Verrutschen der Kontaktlinsen – und birgt auch unabhängig davon unnötige Gefahren für das Auge.

Aber auch beim Einsetzen oder Herausnehmen der Kontaktlinsen kann es durchaus zu einem Verrutschen der Kontaktlinse im Auge kommen. Gerade bei neuen Kontaktlinsenträgern kommt dies durchaus häufig vor. Stört eine Kontaktlinse durch Eindringen von Staub oder eines sonstigen Fremdkörpers und ist umgehendes Herausnehmen von Nöten, kann jedoch auch ein geübter Kontaktlinsenträger ohne Spiegel oder die gewohnte  Umgebung Schwierigkeiten haben, die Kontaktlinse sauber und auf Anhieb aus dem Auge herauszufischen.

Schutz durch die Bindehaut

Doch bei aller Unannehmlichkeit, die eine verrutschte Kontaktlinse hervorrufen kann: Grund für Panik gibt es dabei nicht. Denn auch wenn viele Kontaktlinsenträger befürchten, die Kontaktlinse könne hinter das Auge rutschen und dort größeren Schaden anrichten oder Schmerzen bereiten, ist diese Angst völlig unbegründet.

Denn die Bindehaut trennt den äußeren Bereich sorgfältig vom Augeninnern ab. Es gibt somit rein anatomisch keine Möglichkeit, vom vorderen Bereich des Auges in den hinteren Bereich vorzudringen.

Verletzungsgefahr

Nichts desto trotz besteht grundsätzlich die Gefahr, dass die verrutschte Kontaktlinse das Auge verletzen kann. Denn gerade harte Kontaktlinsen verfügen durchaus über eine scharfe äußere Kante, die, wenn sie nicht in der richtigen Position auf dem Augapfel schwimmt, das empfindliche Auge verletzen kann. Auch beim „Fischen“ nach der verloren Kontaktlinsen in den Außenbereichen des Augapfels kann es durch diese ungewohnten Bewegungen zu Verletzungen durch die Fingernägel kommen.  

Verrutschen der Kontaktlinsen vermeiden

Nicht zuletzt aus diesem Grund sollte ein ungewolltes Verrutschen der Kontaktlinsen im Auge vermieden werden. Dazu gehört unter anderem der Vermeidung von ruckartigen Bewegungen im Kopfbereich, vor allem bei Verwendung von harten Kontaktlinsen. Aber auch bei der Herausnahme der Kontaktlinsen sollten Fehlsichtige auf die richtigen Rahmenbedingungen Wert legen: Eine ruhige Umgebung, ein Spiegel und saubere Hände gehören dabei zu den Grundvoraussetzungen.

Ein sicherer Schutz vor verrutschenden Kontaktlinsen ist der komplette Verzicht auf diese. Das bedeutet nicht gleich „Brille tragen“ – ganz im Gegenteil: Bei den meisten Fehlsichtigen ist die Augenlaserkorrektur zum Beispiel mit der LASIK Methode eine geeignete Möglichkeit, die Unabhängigkeit von Sehhilfen zu erreichen.  

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