Verschwimmt Ihre Sicht? Symptome, Ursachen und Therapie – unser Experte klärt auf

Verschwimmt Ihre Sicht? Symptome, Ursachen und Therapie – unser Experte klärt auf

Die Sehkraft ist einer der wichtigsten körperlichen Sinne. Schon kleinste Verschlechterungen können uns in unserem Alltag extrem einschränken und stellen ein erhebliches Gefahrenpotenzial dar.

Wann spricht man von einer verschwommenen Sicht?

Dr. med. Robert Wagner: „Wenn die Sehschärfe – und die ist ja individuell sehr unterschiedlich – eingeschränkt ist. Betroffene nehmen ihr Umfeld undeutlich und oft wie im Nebel wahr. Meistens tritt das unklare Sehen aber nicht plötzlich, sondern schleichend auf und wird von den Patienten erst dann ausgesprochen, wenn der unscharfe Blick den Alltag bereits massiv stört.“

Was können die Ursachen für eine verschwommene Sicht sein?

Dr. med. Robert Wagner: „Die häufigste Ursachen für eine unklare Sicht sind tatsächlich nicht Krankheiten oder Verletzungen, sondern Fehlbildungen des Auges, sogenannte Refraktionsfehler. Diese führen zur typischen Kurz-­ oder Weitsichtigkeit aufgrund einer Verlängerung bzw. Verkürzung des Augapfels. Auch eine Hornhautverkrümmung kann dazu führen, dass die Sicht nicht ganz klar ist. Bei Schwangeren und Frauen vor oder in der Menopause können Hormonschwankungen zu Variationen des Flüssigkeitshaushaltes im Auge und dadurch zu Veränderungen der Sehstärke führen. In selteneren Fällen liegen aber auch krankheitsbedingte Gründe vor. In jedem Fall sollte man umgehend zum Arzt gehen, wenn sich die Sicht verändert und die Ursachen abklären lassen.“

Welche Krankheiten können eine verschwommene Sicht hervorrufen?

Dr. med. Robert Wagner: „Es gibt einige Krankheiten, die zu einer verschwommenen Sicht führen. Beispielsweise leiden Diabetiker oft an einer Diabetischen Retinopathie als Folge ihrer Stoffwechselerkrankung. Auch altersbedingte Elastizitätsveränderungen können zu einer zunehmend unklaren Sicht führen.

So ist eine Folge der Alterung der Graue Star (Katarakt), bei dem sich die Augenlinse trübt. Auch die Altersbedingte Makuladegeneration (AMD) lässt Patienten schlechter sehen: Ablagerungen unter der Netzhaut führen dabei zum Absterben von Sehzellen. Das sind allerdings nur die häufigsten krankheitsbedingten Ursachen, die Liste aller Gründe ist lang. Tritt eine verschwommene Sicht auf, muss zeitnah ein Augenspezialist konsultiert werden, denn es kann sich um ein Alarmzeichen für folgenschwere Erkrankungen handeln.“

Welche Behandlung ist bei welcher Art der verschwommenen Sicht sinnvoll?

Dr. med. Robert Wagner: „Ist die Fehlsichtigkeit durch eine Augapfel-Fehlbildung oder Hornhautverkrümmung, wie bei den meisten Patienten, hervorgerufen, können Brillen und Kontaktlinsen eine schnelle, temporäre Lösung bieten. Dauerhafte Korrekturmöglichkeiten bietet das Lasern der Augen. Hier hat sich vor allem die LASIK-­Methode bewährt.

Auch bei der Diabetischen Retinopathie gibt es Methoden der Laserbehandlung. Ist die verschwommene Sicht die Folge eines Kataraktes, stellt ein Linsenaustausch eine Behandlungsoption dar. Die AMD hingegen kann nicht geheilt werden, aber je frühzeitiger sie erkannt wird, desto besser stehen die Chancen, mit einer gezielten Behandlung den Sehkraftverlust aufzuhalten. Auch das Fortschreiten des Grünen Stars kann durch eine medikamentöse Behandlung aufgehalten werden.“

Diese Informationen ersetzen nicht die fachkundige Untersuchung bei einem Augenarzt.

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