Die häufigsten Fragen (FAQs) an den Augenarzt

Interview mit Toam Katz M.D., Facharzt für Augenheilkunde und medizinischer Direktor CARE Vision Augenlaserkorrekturen.

  1. Ist eine Sehschwäche erblich?

„Die Ursachen einer Sehschwäche sind unterschiedlich. Zum einen kann eine genetische Vorbelastung vorliegen. Die meisten Sehschwächen sind angeboren. Darüber hinaus lässt die Flexibilität der Augenlinse im Alter nach, was ebenfalls zu einer Sehschwäche führen kann.“

  1. Wird die Dioptrienzahl automatisch immer schlechter?

Kurzsichtigkeit verläuft typischerweise fortschreitend. Dieser Prozess kommt aber häufig bis zum 30. Lebensjahr zum Erliegen. Bei Altersweitsichtigkeit liegt der Fall anders: die menschliche Linse wird bereits nach dem 30. Lebensjahr zunehmend steifer. Schwierigkeiten beim Sehen in der Nähe können bereits ab dem 40. Lebensjahr auftreten und nehmen dann stetig zu. Kurzsichtige Menschen benötigen meist erst später, ab dem 50. Lebensjahr ca., eine Lesebrille oder kommen sogar ganz ohne aus, sofern die Kurzsichtigkeit –‐3 oder mehr Dioptrien beträgt.“

  1. Gibt es Gefahren beim Lasern?

„Es kann selten zu Entzündungen und Trübungen oder Narben in der Hornhaut kommen. Um das zu verhindern, ist es wichtig, dass der behandelnde Arzt auf hohe Qualitäts–‐ und Hygienestandards achtet. Echte Komplikationen sind dann extrem selten (zum Beispiel gibt es Infektionen nur in weniger als einem Fall von 8.000 Behandlungen). Experten schätzen die Langzeitrisiken durch den dauerhaften Einsatz von weichen Kontaktlinsen mittlerweile höher ein als die einmaligen Risiken einer Augenlaserbehandlung. Fast alle Begleiterscheinungen und Komplikationen treten nur kurzfristig auf, sind in der Regel unbedenklich und bis zur vollen Genesung behandelbar.“

  1. Funktioniert Lasern für jeden mit Sehschwäche?

„In der Regel kann Kurzsichtigkeit bis zu –‐8 Dioptrien, Weitsichtigkeit bis zu +3 Dioptrien und Hornhautverkrümmungen bis zu 5 Dioptrien durch eine Augenlaserbehandlung korrigiert werden. Höhere Kurz–‐ und Weitsichtigkeit liegen im Grenzbereich und werden oft durch Laser und Linsenimplantation zusammen versorgt. Der Patient muss mindestens das 18. Lebensjahr erreicht haben und die Dioptrienwerte müssen seit mindestens einem Jahr stabil sein. Auch die Dicke der Hornhaut spielt eine wichtige Rolle: Sie sollte mindestens 450 Mikrometer betragen. Zudem dürfen bei den Patienten keine Augenerkrankungen wie zum Beispiel Grauer oder Grüner Star vorliegen. Ob eine Behandlung medizinisch sinnvoll ist, entscheidet der behandelnde Facharzt im Rahmen einer ausführlichen Voruntersuchung.“

  1. Sind Kontaktlinsen schlecht für die Augen?

„Das Tragen von Kontaktlinsen stellt immer ein Risiko dar. Linsen liegen im Auge auf der Tränenflüssigkeit, die vor Austrocknung, Fremdkörpern und Infektionen schützt. Durch die Linsen kann die Zufuhr der Tränenflüssigkeit und des Sauerstoffs gestört werden. Dabei sind weiche Kontaktlinsen kritischer zu betrachten als harte, da harte Linsen kleiner sind und sich nicht so fest an das Auge setzen. Gut angepasste formstabile Linsen können daher auch länger getragen werden. Weiche Linsen sollten immer die Höchsttragedauer eingehalten werden. Zeigen sich Irritationen wie Rötungen dürfen Linsen auf keinen Fall weiter getragen werden.“

  1. Ist Computerarbeit schlecht für die Augen?

„Die moderne Arbeitswelt ist nicht gerade gesund für unser Auge. Lange Stunden vor dem Computerbildschirm in Kombination mit Klimaanlagen und Heizungsluft fordern das Organ ganz schön heraus. Bei der Computerarbeit liegt es vor allem daran, dass die Menschen zu selten blinzeln, was zur Austrocknung der Augen führt. Sie sollten sich also ganz bewusst daran erinnern, regelmäßig zu blinzeln. Das verteilt einen schützenden Film über dem Augapfel und lindert trockene Augen, das sogenannte Sicca–‐Syndrom. Künstliche Tränen und Augensprays können ebenfalls Linderung verschaffen.“

  1. Was sind die häufigsten Augenerkrankungen?

„Am häufigsten sind Konjunktivitis (Bindehautentzündungen), Glaukome (Grüner Star), Katarakt (Grauer Star), altersbedingte Maculadegerenation (Schädigungen der Netzhautmitte), Diabetische Retinopathie (Erkrankung der Gefäße in der Netzhaut) und das Sicca–‐Syndrom (Trockenes Auge).“

  1. Warum bekommt man Bindehautentzündungen?

„Zunächst unterscheidet man unterschiedliche Formen der Bindehautentzündung: einfach akut, knötchenförmig und trocken. Die einfach akute Form kann durch mechanische Reizungen wie Rauch, trockene Luft oder Staub hervorgerufen werden. Die knötchenförmige Bindehautentzündung ist durch Allergien bedingt. Durch einen dauerhaften Mangel an Tränenflüssigkeit kann es zur trockenen Bindehautentzündung kommen. Dabei entzündet sich gleichzeitig auch die Hornhaut. Als vierte Form kommt außerdem die gigantopapilläre Bindehautentzündung durch jahrelanges Tragen von weichen oder harten Kontaktlinsen hinzu.“

  1. Meine Augen tun manchmal weh – wann muss ich zum Arzt?

„Generell muss man sagen, dass das rechtzeitige Erkennen von Augenkrankheiten oder Sehfehlstellungen entscheidend für die Sicherheit und den Erfolg des Behandlungsverlaufs sind. Daher ist es wichtig, regelmäßig einen Check–‐up durchzuführen. Kurzsichtige mit mehr als minus 3 Dioptrien sollten jedes Jahr zur Untersuchung kommen, um eine eventuelle Erkrankung der Netzhaut abzuklären.“

  1. Kann man sich irgendwie gut um seine Augen kümmern?

„Der Tränenfilm ist der beste Schutz des Auges. Man sollte also versuchen, diesen so wenig wie möglich zu beeinflussen. Außerdem muss man regelmäßig blinzeln, was man, wie in zahlreichen Untersuchungen festgestellt werden konnte, bei der Arbeit am Bildschirm viel seltener macht. Künstliche Tränen helfen, die Versorgung des Auges zu gewährleisten.“

  1. Fernsehen macht eckige Augen und Lesen ohne Licht schadet der Sehstärke – was stimmt?

„Das sind Binsenwahrheiten, die so nicht stimmen. Allerdings strengt das Lesen bei wenig Licht die Augen an, wodurch sie schneller ermüden und schmerzen können.“

  1. Kann Schminke schlecht für die Augen sein?

„Nein, die modernen Wimperntuschen und andere Kosmetika sind unbedenklich und in den meisten Fällen auch augenärztlich getestet.“

  1. Ist es schlecht für die Augen, keine Brille zu tragen, obwohl man eine Sehschwäche hat?

„Bei ausgewachsenen Augen ist das kein Problem, da die Brille oder die Kontaktlinsen lediglich die Sehleistung vervollständigen. Bei Kindern sollte bei einer diagnostizierten Sehschwäche die Brille auf jeden Fall immer getragen werden, da es sonst unter Umständen Auswirkungen auf das räumliche Sehen haben könnte.“

  1. Was genau ist Fehlsichtigkeit?

Fehlsichtigkeiten wie Kurzsichtigkeit, Weitsichtigkeit und Hornhautverkrümmung sind so genannte Refraktionsanomalien (Brechungsanomalien): Die Lichtstrahlen brechen im Auge so, dass der Fokuspunkt vor oder hinter der Netzhaut liegt. Ursache kann eine abweichende Krümmung der Hornhaut oder der natürlichen Linse sein. Auch eine Abweichung in der Größe des Auges kann eine Refraktionsanomalie verursachen. Durch die Abweichungen werden die Lichtstrahlen fehlerhaft auf die Netzhaut projiziert und ergeben daher ein unscharfes Bild. Der Grad der Brechungsanomalie wird in Dioptrien (plus oder minus) ausgedrückt. Über 60 Prozent der deutschen Bevölkerung haben derartige Sehfehler.

  1. Welche Sehschwächen gibt es?

Hyperopie (Weitsichtigkeit), Myopie (Kurzsichtigkeit), Rot–‐Grun–‐Schwäche (Farbsinnstörung), Nachtblindheit (Hemeralopie), Doppelsichtigkeit (Diplopie), Schielen (Strabismus), Hornhautverkrümmung (Astigmatismus), Sehschwäche ohne bekannten Grund (Amblyopie) und weitere neurologische Anomalien. Diese Fragen ersetzen nicht den Besuch beim Augenarzt.

Das könnte Ihnen auch gefallen

Vote

1 Star2 Stars3 Stars4 Stars5 Stars (1 Bewertungen, Durchschnitt: 5,00 von 5)
Loading...

Artikel teilen

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.