Augen auf im Alltag! Fünf tägliche Sünden, die unseren Augen schaden können

Augen auf im Alltag! Fünf tägliche Sünden, die unseren Augen schaden können

Der Alltag kann oft sehr hektisch sein – da vergisst man schon einmal auf die kleinen Dinge oder Verhaltensweisen zu achten, die einen essentiellen Wert für unsere Gesundheit haben. Besonders unsere Augen können stark unter alltäglichen Gewohnheiten leiden, über die wir uns womöglich noch gar keine Gedanken gemacht haben. 

Aber welche Alltagssünden sind es genau, die wir unseren Augen so tagtäglich zumuten und warum sind sie so gefährlich? Privatdozent Toam Katz M.D., Facharzt für Augenheilkunde und medizinischer Leiter bei CARE Vision Germany klärt auf!

Es ist Montagmorgen und die tägliche Wochenroutine beginnt. Auf dem Weg ins Bad reibt man sich die müden Augen. Schnell noch das Smartphone eingeschalten und neue Nachrichten checken. Vor der Arbeit wird noch schnell die erste Zigarette geraucht und ein süßes Croissant verspeist. In Gedanken ist man womöglich schon beim Feierabend und freut sich auf ein schönes Glas Wein mit Freunden. All diese Dinge sind nur Beispiele, aber sie laufen meistens so routiniert ab, dass wir uns keine Gedanken mehr darüber machen, welche Auswirkungen diese Handlungen auf unsere Gesundheit – in diesem Fall auf unsere Augen – haben können.

Kurzsichtig durch das Smartphone?

Ein tägliches Bild: Fast überall sieht man Menschen, die hochkonzentriert auf das Display ihres Handys starren. Nicht ohne Folgen, wie eine Studie[1] australischer Augenmediziner nachweist: Bis 2050 soll die Hälfte der Weltbevölkerung kurzsichtig sein. Der Grund kann u.a. eine vermehrte Naharbeit, also eine starke Fokussierung der Augen auf einen Gegenstand in der Nähe sein. Und was hat das mit dem Smartphone zu tun? „Wenn wir häufig mit einem zu kleinen Abstand auf das Smartphone blicken, kann das tatsächlich Auswirkungen auf unsere Augen haben“, warnt Toam Katz. „In erster Linie führt das lange Starren zu einer Überanstrengung. Augentrockenheit und Brennen sind dann die unmittelbaren Folgen.“ Kommt vermehrt weitere Naharbeit durch ständiges Blicken auf Computerbildschirme oder in Bücher hinzu, kann sich tatsächlich eine Kurzsichtigkeit entwickeln.

Rauchen? Da bleibt unseren Augen die Luft weg

Die Schadstoffe im Tabak beschleunigen den natürlichen Alterungsprozess unseres Körpers und haben auch Auswirkungen auf unsere Netzhaut. „Raucher haben ein erhöhtes Risiko, an der sogenannten altersbedingten Makuladegeneration (AMD) zu erkranken“, erklärt der Facharzt für Augenheilkunde. „Kalkablagerungen auf der Netzhaut und des dahinter liegenden Gewebes führen zu einem Verlust des schärfsten Sehens. Ist die Erkrankung bereits eingetreten, kann sie nicht geheilt, sondern ihr Fortschreiten höchstens verlangsamt werden.“ Bleibt die AMD unbehandelt, so kann sie sogar zur Erblindung führen.

Alkohol – Ich sehe doppelt oder nichts?

Wir groß der Einfluss von Alkohol auf unsere Sehfähigkeit sein kann, ist uns häufig gar nicht bewusst. Unsere Pupillen verlangsamen sich, wir haben eine verringerte Kontrastwahrnehmung, teilweise kommt es zu Augenzittern und Augentrockenheit. Auch langfristig kann häufiger Alkoholkonsum die Augen schädigen: „Durch den häufigen Genuss von zu viel Alkohol wird die Vitaminaufnahme unserer Leber beeinträchtigt, die wiederum für eine gesunde Sehkraft wichtig ist. So kann ein Vitamin B 1-Mangel zu einem geschwächten oder gelähmten Augenmuskel führen. Ein Vitamin A-Mangel hingegen kann als Folge eine Nachtblindheit, Augentrockenheit oder ernsthafte Hornhautschäden mit sich bringen“, so Privatdozent Toam Katz. Damit aber nicht genug: „Häufiger Alkoholkonsum erhöht das Risiko an grünem Star oder einer Makuladegeneration zu erkranken.“

Augenreiben? Besser nicht!

Wenn die Augen brennen oder jucken, nutzt man gerne die Hände um sich über ein wenig Reibung Linderung zu verschaffen. Was im ersten Moment angenehm wohl tut, ist auf Dauer aber nicht gut für unsere Augen. „Wenn wir häufig die Augen reiben, schädigen wir damit die Hornhautoberfläche. Durch die Reibung gelangen kleine Fremdkörper wie Fasern oder Staub in das Auge und können dort Entzündungen der Hornhaut auslösen“, warnt der Augenexperte. Zudem tummelt sich gerade an unseren Händen eine Vielzahl von Bakterien. Gelangen sie über die Reibung in die Augen, drohen schmerzhafte Bindehautentzündungen oder Infektionen von Tränendrüse und Lid. „Diese Erkrankungen sollten in jedem Fall augenärztlich behandelt werden, um ernsthafte Folgeschäden zu vermeiden“, rät Toam Katz.

Die tickende Zuckerbombe

Zucker macht dick, das wissen die meisten – was viele aber nicht wissen: er schadet auch unseren Augen. Experte Toam Katz erklärt: „Wer zu viel Süßes isst, unterliegt einem höheren Risiko an der Stoffwechselstörung Diabetes mellitus zu erkranken. Als Folge der Zuckerkrankheit kann es zu der sogenannten Diabetischen Retinopathie kommen – einer ernsthaften Schädigung der Netzhaut, die zur Erblindung führen kann.“ Ebenso wie die AMD ist auch die Diabetische Retinopathie nicht heilbar, sondern kann lediglich verzögert, im besten Fall gestoppt werden. Übrigens: Bei den über 40-Jährigen sind Augenschäden auf Grund einer Diabeteserkrankung die häufigste Ursache von Blindheit.

Diese Hinweise ersetzen nicht den Besuch beim Augenarzt.

[1] Global Prevalence of Myopia and High Myopia and Temporal Trends from 2000 through 2050. In: Ophthalmology Nr. 123, Mai 2016, S. 1036-1042.

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